Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Feb 23, 2009

Mal wieder etwas Web 2.0 fürs Handy

Bei meiner heutigen Surfsession bin ich mal wieder über einen interessanten Dienst gestolpert, der mich hellhörig machte:

mJoy prollt damit, komplett kostenlose SMS verschicken lassen zu können. Mit voll benutzbaren 160 Zeichen. Ohne tägliches oder sonstiges Limit. Für lau. Vom Handy aus.

Klar, dass ich da erstmal misstrauisch wurde. Handynummernweiterverkauf an Datenkraken? Übergroße Werbebanner? Limitiert auf ausgewählte Länder dieser Erde?

Naja, probieren kost nix. Also erstmal angemeldet. Geht recht schnell, man wählt sein Land aus (es werden momentan 141 Staaten dieser Erde unterstützt), gibt seine Handynummer preis, und löst noch ein Captcha. Und Wunder über Wunder, diesesmal habe ich mir die AGB wirklich mal durchgelesen. Interessant ist:

  • mJoy verkauft die Handynummern nicht weiter
  • Der Dienst finanziert sich durch Werbung und Exklusivverträge mit den Mobile Carriern.
  • Die Werbung wird unaufdringlich gestaltet sein und den User nicht stören.

Nunja, also habe ich das Formular abgeschickt. Danach konnte ich meinen Rechner zur Seite stellen, denn ab jetzt gings auf dem Handy weiter. Ich bekam ne SMS mit einem Aktivierungslink, den ich besuchen musste. Ab jetzt wurde mir klar, dass mJoy nur was für diejenigen ist, die ne Datenflat fürs Handy haben. Ein Webinterface für den PC gibt es nicht, es sei denn, man moddet seinen UserAgent so, dass er sich als Handybrowser anmeldet.

Auf meinem Handy habe ich dann einen Usernamen und ein Passwort wählen müssen. Fertig.

Es präsentierte sich mir ein einfach gestricktes Portal mit Eingabemaske für den Text, und mit einem Eingabefeld für die Telefonnummer. Aber dazu später.

Die Werbung ist auch akzeptabel. Ein klickbares Bild eines kleineren Erotikportals. Durchaus tragbar.

Eine SMS habe ich mal probeweise an mich selbst an eine uralte SIM-Karte verschickt. Texteingabe läuft wie gewohnt, nur bei der Nummer gabs die erste Hürde. Da der Handybrowser nicht auf das telefon-interne Adressbuch zugreifen kann, wäre man theoretisch gezwungen, von Hand die Nummer einzugeben. Aber auch hier hat mJoy mitgedacht.

Jedes einigermaßen Internet-fähige Handy (außer dem iPhone) hat einen eingebauten Over-the-Air-Sync-Client, den man prima mit generierten Voreinstellungen füttern kann. Mit diesen Einstellungen war mein K800i prima in der Lage, die Handynummern meiner Freunde mit meinem mJoy-Account zu syncen. Diese Nummern kann man nun im Webinterface auswählen.

Einziger Negativaspekt ist allerdings folgender: Sobald der Empfänger auch bei mJoy registriert ist, kriegt er die SMS nicht mehr als SMS aufs Handy, sondern lediglich als PM in seinen mJoy-Posteingang, der online abgerufen werden muss. Aber das ist auch der einzige Nachteil. (Ich weiß noch nichtmal, ob man dabei nicht sogar doch ne SMS-Benachrichtigung bekommt, dass man eine SMS bekommen hat. Eigentlich total bekloppt.)

So, und natürlich haben unsere lieben Freunde, die ihr Geld fleißig an Apple und T-Mobile abgeben auch eine Extrawurst verdient. Während alle anderen auf irgendwelchen Webinterfaces rumkrebsen müssen, kommen sie in den Genuss eines exklusiven Programms, mit dem sie noch einfacher auf mJoy zugreifen können, mit allen Funktionen des Webinterfaces. Allerdings auch mit Werbung und so. Gibt’s für 2,39€ im Appstore.
Und weil ich grad so freundlich bin, gibt’s hier auch einen Link.

Läuft übrigens auch aufm iPod Touch, allerdings empfiehlt es sich, dann immer noch ein Handy dabeizuhaben, um sonstige SMS zu empfangen, wenn der Empfänger einfach auf “Antworten” gedrückt hat.