Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Mar 23, 2009

Bandvorstellung: Jaya The Cat

Es war an einem verregneten Karsamstag 2008. Aus Langeweile bin ich in die Katakomben von Jörg’s CD Forum hinabgestiegen, um mal wieder etwas zu stöbern, und dem Regen zu entfliehen. In der hinteren linken Hard & Heavy-Ecke haben sie meistens immer recht nette CDs im Demoplayer.
So auch diesmal. Allein der Bandname machte mich neugierig. Jaya The Cat. Und eine hastig hingekritzelte positive Kritik.

Ich ließ es drauf ankommen, und war begeistert. Soviel zur Einleitung.

Jaya The Cat, das sind Geoff (Vocals and Guitar), The Germ (Drums), Jan Jaap (Keyboard and Bass), Jeroen (Bass) sowie Pockets (Guitar). Ursprünglich aus Kalifornien wohnen sie nun in Amsterdam. Und schaffen es, mit ihrer Musik irgendwie alles einzufangen, was die beiden Orte bieten können.
Den Stil, den sie drauf haben, kenne ich von keiner anderen Band. Er ist irgendwas…Reggae-Punk-Hard-Blues-Rock. Mit Fokus auf Reggae und Punk. Nicht dieser Ska-Kram, sondern reiner Reggae.

Man muss sich zu der Musik am besten folgendes Szenario vorstellen:

bq. Irgendwann im Spätsommer. Mitte August oder so, aber immer noch Freibadwetter mit kurzen Hosen und schönen Frauen. Du hast am Abend vorher mal wieder ordentlich gezecht, und stehst jetzt auf. Es ist schon Mittag, so zwischen 13 und 14 Uhr. Draußen knallt die Sonne vom Himmel. Du rufst deine Freunde an, für den anstehenden Freibadbesuch. Ihr trefft euch, und tragt ausnahmslos Badeshorts, Flipflops und offene Hemden. Irgendjemand hat auch noch einen Strohhut aufgetrieben. Ihr legt euch in die Sonne, und der Duft von Sonnenöl und fetten, ekligen Pommes aus dem Freibadkiosk zieht euch in die Nase. Etwas Tabakrauch darf auch nicht fehlen.
Nachdem es nach einigen Stunden etwas kühler wird, und eure Rücken schön medium durchgebraten sind, fahrt ihr nach Hause. Es wird ein schöner warmer Abend werden, überall liegt Grillgeruch in der Luft. Jemand dreht das Radio auf, und ihr hört Musik.

Jaya The Cat ist diese Musik. Absolut lässige Musik, mit Texten, die aus dem Leben gegriffen sind. Gesungen von der rauchigen Stimme des Sängers, die klingt, als wäre er Zigaretten und gutem kubanischem Rum auch nicht abgeneigt.

Musikalisch treffen die Lieder immer genau die richtige Mitte zwischen Reggae und Punk. Mal mehr, mal weniger von einem. Aber nie ganz ohne.

Textlich hat mich diese Nähe zum Leben umgehauen. Da gibt es zum einen die Situation, dass man relativ fertig aus einer Bar raustorkelt, und auf den Nachtbus wartet. And now you’re outside, smoking cigarettes, standing in the rain. Waiting for the Nightbus, to take back home again.(Night Bus).

Der nächste Morgen. Total verkatert, mit nem Filmriss. woke up this morning don’t remember much
just blank memory hope i didn’t fuck up too much
my shirts ripped and my glasses are bent
started out with a fifty now i only got 50 cents left
(Cultifornia).

Ich könnte hier jetzt echt ewig so weitermachen, und dabei von Sonnenschein und so träumen.
Ich denke, man muss sich selber ein Bild davon machen. Auf last.fm hat die Band sämtliche Lieder der beiden Alben, die sie bisher produziert haben, zum kostenlosen, freien, legalen Download freigegeben.

Happy listening.