Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Mar 3, 2009

Letzte Frequenzmodulation (last.fm)


Nachdem ich es in einem meiner letzten Posts schon angedroht hatte, und die Rückmeldung eher mau war, so konnte ich mich heute endlich überwinden, was über last.fm zu schreiben.

Was ist last.fm?
Last.fm ist eine Mischung aus Musikcommunity und personalisiertem Online-Radio. Die Webseite erstellt anhand deines Musikprofils einen für dich selbst zusammengestellten Musikstream, der garantiert nur Lieder hat, die du bestimmt auch magst. Falls ein schlechteres dabei sein sollte, gibt es auch einen Button zum weiterdrücken.

Musikprofil? Wie hab ich mir das vorzustellen?
Im Grunde recht einfach. Nach der Registrierung hast du die Möglichkeit, dir den Audioscrobbler herunterzuladen. Dieses Tool bietet Plugins für alle gängigen (oder auch nicht so bekannten) Musikabspielprogramme. Wenn du nun Musik hörst, werden die Titeldaten von jedem Lied, das du zu einem bestimmten Prozentsatz durchgehört hast, an den last.fm-Server übertragen. Dieser Prozentsatz ist einstellbar, damit weggedrückte Lieder nicht mitgescrobbelt werden. Dieser Prozess wird auch als Scrobbling bezeichnet. Scrobbling ist ein Kunstwort, und wird mittlerweile in einigen nativen Englischwörterbüchern definiert als die Titeldaten eines gehörten Liedes an last.fm senden.

Und was macht der Server mit den Titeldaten?
Zunächst, ganz einfach, eine Liste erstellen mit den Liedern, die du in letzter Zeit gehört hast. Quasi eine Musik-History. Danebenher auch deine persönlichen Charts. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Jetzt kommt nämlich der soziale Gedanke ins Spiel, mit dem last.fm sein gesamtes Potenzial ausspielt. Deine Musiksammlung wird mit den Musiksammlungen anderer User verglichen.

Aha. Und das heißt?
Nun, last.fm weiß von mir z.B., dass ich gerne Hatebreed höre. Und zwischendurch auch mal die Nine Inch Nails. Es weiß auch, dass der User john.doe ebenfalls Hatebreed hört. Und auch die Nine Inch Nails. john.doe hört aber auch z.B. gerne Celldweller. Aufgrund dieser Informationen folgert das System, dass mir Celldweller eventuell auch gefallen könnte, und schlägt es mir als reinhörungswürdig vor.

Toll. Und was kann ich mit dieser Information jetzt anfangen? Jetzt muss ich mir die neue Band doch direkt kaufen, um sie richtig kennenzulernen.
Nein, eben nicht. last.fm erstellt zusätzlich zu den persönlichen Radiostreams auch bandspezifische Radiostreams. Jetzt kann ich also den Celldweller-Radiostream anwählen, und mir einen ersten Eindruck der Band verschaffen. Und von einigen anderen Bands, die so ähnlich klingen ebenfalls, da sie auch in dem Stream vorkommen. Und wenn die Bands richtig cool sind, dann bieten sie auch ausgewählte Stücke zum Download an.

Das klingt doch gar nicht mal so schlecht. Was bietet mir das System denn noch?

  • Es bietet unzählige Radiostreams an, jeweils basierend auf den Musiksammlungen der einzelnen User, oder Bands, oder den Genre-Tags, oder anderen Tags, die User Band- oder Liedspezifisch vergeben können.
  • Es bietet ein umfangreiches Eventsystem an, wo User Konzerte, Partys, Fetivals, etc. eintragen können. Wiederum basierend auf den einzelnen Musikgeschmäckern und den Wohnorten werden diese Events dann anderen Interessierten präsentiert.
  • Zu jeder Band, jedem Album, jedem Lied, jedem Event exisitert eine Shoutbox, in der die audiophilen User über eben jenes Element diskutieren können.
  • Falls du keine Freunde hast, schlägt dir das System musikalische Nachbarn vor, die den gleichen Musikgeschmack haben wie du.
  • Wie in jeder Community kann man einzelne User als Freunde festlegen. Zwischen euch werden die Musikgeschmäcker verglichen, und geprüft, inwiefern eure Musikgeschmäcker übereinstimmen.
  • Jeder Künstler, sei er auch noch so klein, kann ein eigenes Künstlerprofil anlegen, und Songs hochladen, die dann in den Radios gespielt werden. Die Hörer haben dann die Möglichkeit, im Wiki-Style eine Bandinfo zu verfassen. Mit dieser Funktion (und mit MySpace) hat die Band “I Set My Friends On Fire” es z.B. geschafft, sich einen nennenswerten Fankreis aufzubauen, und bekannter zu werden.
  • Und last but not least, man kann seine eigenen Charts exportieren, wie ich es z.B. hier rechts getan habe, wo eine generierte Flashanimation meine zuletzt gespielten Titel anzeigt.

Ich hoffe ihr merkt, dass last.fm euer musikalisches Leben durchaus bereichern kann. Probiert es doch einfach mal aus. Es gibt seit 2 Jahren auch ein deutsches Interface. Und falls ihr dort noch Starthilfe oder einen Freund braucht, so scheut euch nicht, mich mal anzuschreiben.