Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

May 25, 2009

Standortverlagerte Ausbildung in Wesel

Nun war es also soweit. Über das Himmelfahrtswochenende 2009 (Freitag bis Sonntag) verlagerte das THW OV Bielefeld seinen Ausbildungsstandort auf das Übungsgelände des OV Wesel.

Treffen war am Freitag Nachmittag um 17 Uhr. Durch die Tatsache, dass die Fahrzeugkolonne da schon bereits abfahrbereit auf dem Hof stand, wurden einige Helfer beim Betreten des Geländes doch etwas panisch. Während der Lagebesprechung der Führung kristallisierte sich schon heraus, dass die B1 defintiv die coolste Gruppe des OVs ist, weil nur dort alle Helfer mit Sonnenbrillen vor den Fahrzeugen rumposten. Gegen 17:30 kam der Marschbefehl, und die Kolonne setzte sich in Bewegung. Sie bestand aus 2 MTWs des Zugtrupps und der Jugend, GKW1 plus Hänger, GKW2, MAN-Kipper mit Tieflader, sowie des Kippers der FGr Räumen plus Hänger, die mit dem ASH beladen waren.

Keine 20 Minuten nach Abfahrt schon die erste Situation, die zeigt, dass Kolonnenfahren Spaß macht. An der T-Kreuzung zur Autobahnauffahrt scherten beide MTWs aus, und sperrten mit Blaulicht und bösen Blicken die Spuren des Gegenverkehrs, sodass die anderen Fahrzeuge entspannt darüberzuckeln konnten. Direkt auf der Autobahn die nächste Schikane. Voll beladene LKWs am Bielefelder Pass können nicht beschleunigen. So kam es, dass wir ne gute halbe Stunde mit Tempo 30 über die Autobahn rasten, bis wir dann irgendwann in Gütersloh waren, und es normal weiterging.

Nach einer Halbzeitpause, in der mangels Anwesenheit von Tankstellen die einzige Gummibärchentüte stark belagert wurde, erreichten wir gegen 21 Uhr den Zielort. Nachdem wir unsere Quartiere bezogen hatten, gab es Abendessen. Nachtruhe wurde dann quasifreiwillig auf 23 Uhr festgelegt, da am nächsten Tag um 06:30 Wecken war. Doch das Pils, der Saure und diverse andere Kleinigkeiten sorgten dafür, dass die letzten erst dann ins Bett gingen, als die ersten schon wieder um 5 aufstanden, um ordentlich zu duschen. Dementsprechend gedrückt war die Stimmung am Samstag Morgen erst einmal.

Nach einem leckeren Frühstück ging’s dann los. An drei extra für das THW errichteten Häuserruinen wurden diverse Techniken zum Retten aus Höhen und Tiefen geübt, so z.B. die schiefe Ebene, der Leiterhebel, das Abseilen mittels PSA und mit Seilbahn. Dabei wurden die Gruppen durch die Stationen durchgezirkelt, und mussten unter Zeitdruck die Aufgaben lösen. Den Rekord hielt dabei die B2, die für den Leiterhebel nur 4:26 Minuten brauchte. Trauriges Schlusslicht war die B1, die für die Seilbahn über 2,5 Stunden brauchte, und dabei mit dem Greifzug dabei akkurat das Mauerwerk aus dem entsprechenden Stockwerk verschob, sodass das ganze Stockwerk einsturzgefährdet wurde. Glücklicherweise handelte es sich dabei um das alleroberste Stockwerk, von dem sowieso nur noch eine Außenmauer vorhanden war.

Nachdem diese Übungen plus zwischenliegender Mittagspause vorüber waren, versammelte man sich um den ZugTR-MTW, da er ein Radio eingebaut hatte, und nun das Finalspiel der Fußball-Bundesliga 2009 anstand. Ergebnis: Deutscher Meister wird, wie zu erwarten gewesen war, der VfL Wolfsburg, und Absteiger war, wie auch zu erwarten war, Arminia Bielefeld.

Nachdem die vom heißen Wetter, der langen Kleidung und der Arbeit schweißgetränkten T-Shirts getrocknet waren, ging’s noch mal auf eine Übungsübung, um sich auf die nächtliche Einsatzübung vorzubereiten. Auch hier verlief alles ohne Probleme.

Nach dem Abendessen kam dann das große Finale. Gasexplosion mit vielen Verletzten, die teilweise in nur schwer zugänglichen Positionen waren. Aus irgendeinem Grund ähnelten die Verletzten alle den schwerstgewichtigen Personen unseres Zuges, was die Rettung nicht gerade vereinfachte. Hinzu kam eine nicht ungefährliche Portion Atemgift in einem der Keller, sodass der AGT-Trupp ranmusste. Es fing irgendwann an zu regnen, die Gruppenführer machten Druck, und so mancher Helfer war am Ende seiner Kräfte. Doch auch der letzte Verletzte konnte gerettet werden, und man machte sich auf den Rückweg zur Unterkunft, wo das Küchenteam mittlerweile den Grill angeworfen hatte. Mit ein paar Würstchen, Bier und anderen Getränken ließ man den Abend ausklingen.

Leider gab es bei dieser Übung auch einen real Verletzten. Beim Aufbau des Powermoons hat er sich das oberste Glied des rechten Mittelfingers zersplittert, und muss jetzt mit einem erzwungenen Stinkefinger herumlaufen.

Am Sonntag Morgen gegen 9 Uhr war wecken und Frühstück angesagt. Danach Putz & Flickstunde, und die Vorbereitung zum Abrücken. Nachdem gegen 12 Uhr die Anlage durch einen Helfer des GfB Wesel abgenommen wurde, kam der Marschbefehl.
Auf dem Rückweg haben viele Helfer noch versucht, zu schlafen, was aber aufgrund der holprigen Autobahn nicht wirklich ging.
En Highlight der Rückfahrt: Eine Fahrspur saß zu, durch einen quergestellten Anhänger. Der Verkehr quetschte sich auf der anderen Fahrspur daran vorbei. Auch hier hat sich unser ZugTR-MTW mal spontan quergestellt, um für die Kolonne das Reißverschluss-Verfahren mal eben auszusetzen.
Schließlich, auf der Halbzeitpause stellte sich heraus, dass der MAN am durchsuppen ist, und entweder Diesel oder Öl verliert. Ein neuer Ölfilter konnte dieses Problem aber auch beheben, sodass die Ankunft an der Unterkunft in Bielefeld gegen 15:30 wie geplant stattfinden konnte. Nach schnellem Abladen der Privatsachen war gegen 16 Uhr dieses Wochenende nach 47 Stunden vorbei, und die Helfer schwankten müde aber glücklich, und mit dem Gefühl, was geleistet zu haben, nach hause.

Betrachtet hierzu bitte auch meine kurze Fotostrecke zu diesem Thema.