Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Jan 13, 2010

Google verlässt China

Gestern waberte die News durchs Webzwonull. Google hat keine Lust mehr auf die Chinesische Internetzensur, und liefert unter google.cn ungefilterte Suchergebnisse. Bereits gestern Abend konnte man für den Suchbegriff “Tiananmen” schon die ersten Ergebnisse sehen.

Die chinesische Regierung hat jetzt zwei Optionen. Zum einen, das akzeptieren, und damit quasi die gesamte Internetzensur ad absurdum zu führen, da der Google Cache ein wunderbarer Proxy ist.
Zum anderen könnte sie Google komplett sperren. Allerdings: Wenn Google in China ebenfalls den Stellenwert hat, den es in Deutschland hat, dann hat China ein Problem. Wie schnell tippt man eben Google Maps ein, wenn man eine Wegbeschreibung sucht, wie viele haben einen Google Account, in dem sie ihre Mails und anderes abrufen, wie viele Webseiten werden unfreiwillig gesperrt, weil sie entweder auf den Servern von Google liegen, oder Code wie z.B. Google Analytics eingebaut haben.

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Internets, in dem ein multinationaler Großkonzern die Regierungen der Länder offensichtlich provoziert. Es ist das erste Mal, wo man wirklich sieht, wie abhängig man mittlerweile von Google geworden ist. Spätestens, wenn Google in China komplett ausgesperrt wird.

Aber ich will nicht gegen Google wettern, sondern gegen die chinesische Regierung. Die nämlich am laufenden Band failt. Vielleicht kriegt sie jetzt endlich mal die Klatsche, die sie verdient, vielleicht merkt sie jetzt, dass solch eine Zensur auch nach hinten losgehen kann.

Abwarten, die Geschichte verspricht spannend zu werden.