Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Mar 31, 2010

Die liebe Bahn...macht immobil.

Die Situation
3 Tage bei @schaaafi gewesen. Nun steht wieder Dienst beim THW in Dortmund an.

Die Mission
Mithilfe des Semestertickets und den Regionalverkehr NRW möglichst schnell von Düren nach Dortmund kommen.

Der Plan
Um maximale Ausreizung der Anwesenheitszeit in Düren zu gewährleisten:

  1. 15:52 Uhr RE9 von Düren Richtung Siegen, Ankunft Köln HBF um 16:12
  2. 16:21 Uhr RE7 von Köln Richtung Münster, Ankunft Wuppertal HBF um 16:54
  3. 17:02 Uhr RE4 von Wuppertal Richtung Köln, Ankunft Dortmund HBF um 17:51
  4. Profit

Der Ablauf – Akt 1
Bis Wuppertal lief alles wunderbar. Bei Ankunft leichte Windböen und Regenschauer. Jeans- gegen Regenjacke gewechselt. Durchsage: RE4 hat 10 Minuten Verspätung. Also nichts wildes. Mit der Zeit weitere Durchsagen, und aufpoppende Verspätungsbalken auf den Zugzielanzeigern der anderen Bahnsteige. Stehende Züge Richtung Köln fahren nicht ab. Durchsage auf meinem Bahnsteig: Notarzteinsatz. Durchsage auf Gleis nebenan: Personenschaden.
Ich rege mich kurz auf über das sozialunverträgliche selbstherbeigeführte Ableben des ehemaligen Mitbürgers. Mittlerweile wird der Folgezug angeschlagen, der auch ankommt. Ich erwarte meinen Zug in 3-4 Minuten. Wie gesagt, 10 Minuten verspätung. An die keiner der Mitreisenden wirklich noch glaubt. Die Reisenden des Folgezuges werden begrüßt:

bq. “Blafasel Wuppertal, nächste Reisemöglichkeiten blafasel RE4 Richtung Dortmund, Abfahrt um 17:32”

Uns, die wartenden Reisenden informiert natürlich keiner, den neu hinzugekommenen wird die Verspätung auch kackendreist verschwiegen. Es wird kälter und windiger. Gegen 17:40 kommt die Karre dann. Erstmal aufwärmen.

Der Ablauf – Akt 2
Irgendwann kommt der RE “4” in Hagen Hauptbahnhof an. Durchsage des Zugbegleiters:

bq. “Meine Daaaamunherrn, wirhatten soeben Ankunft in Hagen HBF, der Zug endet hier, bitte allessteigen”

WTF? Da stand in Wuppertal aber noch nichts dran. Naja, die Leute steigen alle aus. Draußen steht am Zug “RE1 Köln”, an den Zugzielanzeigern ebenfalls. Leicht verarscht gehe ich Richtung Eingangshalle. Es ist 18:12. Durchsage:

bq. “Blafasel Hagen blafasel eingefahrener RE4 endet hier und fährt als RE1 Richtung Köln zurück”

Heute war dann wohl der einzige Tag, wo der RE1 die Strecke über Hagen und Wuppertal befuhr, und nicht durch den tiefsten Pott. Es geht weiter:

bq. “Reisende in Richtung $nichtDortmund fahren da lang, in Richtung $nichtDortmund woanders lang”

Kein Wort über Dortmund. Es ist 18:13. Die Lautsprecher knacken wieder.

bq. “Blafasel Dortmund S-Bahn, Abfahrt um 18:50 Gleis xyz”

Mittlerweile sollte ich eigentlich seit 20 Minuten in Dortmund sein. Auf 40 Minuten warten habe ich keine Lust. Die Leute strömen verärgert Richtung Treppe.

bq. “Blafasel Dortmund RE17 Richtung Schwelm, von da umstieg in die Bahnen Richtung Dortmund”

Am Gleis, wo der “Regionalexpress” losfahren soll, wundere ich mich erstmal. Ein Kopfgleis, auf dem ein Dieseltriebzug älterer Baureihe steht, in dessen Windschutzscheibe jemand ein Blatt Papier geklebt hat, auf dem mit Edding “RE 17” steht. Gesamtlänge entspricht in etwa der Hälfte der Elektrotriebzügen, die von der Bahn auf Nebenstrecken, bzw. S-Bahnen eingesetzt werden. Da soll sich jetzt ca. die Hälfte der Fahrgastzahl eines randvollen doppelstöckigen REs reinquetschen. Es passt. Ist ja nur eine Station. Das Ding gurkt los. Kurz vor Schwelm meldet sich dann der Zugführer. “blafasel guten tag blafasel gleich in schwelm blabla”.

Der Ablauf – Akt 3
Bei der Ankunft in Schwelm sehen wir auf dem Nachbargleis die S-Bahn nach Dortmund losfahren. Wir fragen uns, ob dieser Triebwagen wirklich so alt ist, dass da kein Zugfunk eingebaut ist, oder ob der Lokführer kein Handy dabei hat. Also raus, auf den Bahnsteig, auf die nächste Bahn warten. 30 Minuten. Um 18:50. Immerhin einige Minuten gegenüber der ersten hagener Lösung gespart. Wichtigste Entdeckung: Das Bahnhofsklo von Schwelm ist ein Edelstahlautomatenklotz, der 30 Cent nimmt. Ich habe einen Euro dabei. Der Automat gibt kein Rückgeld.
Nunja, 2 Frustdonuts später kommt dann endlich meine Bahn, und ich bin mit pünktlicher Anschluss-S-Bahn gegen 19:45 in meinem Zimmer.

Das Fazit
Tür-zu-Tür-Verbindungszeit: 4 Stunden und 30 Minuten.
Reguläre Verbindungszeit: ca 2 Stunden und 45 Minuten.

Und das alles wegen einem beschissenen Selbstmörder, der sich unbedingt vor den Zug werfen musste. Wieso konnte der sich nicht irgendwie anders umbringen? Badewanne und Fön oder so? Hätte mir einen haufen Nerven erstpart. Und zum THW hätt ichs auch noch geschafft. Für heute wars zu spät.