Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Apr 9, 2013

Eigenheiten des DHL Tracking

Ich habe vor ca. einem Monat eine kabellose Tastatur bei einem chinesischen Ebay-Händler bestellt. Von diesem Händler bekam ich auch eine Trackingnummer der Hongkong Post. Diese Nummer gab auf der Webseite der HKP nicht viel her. Nach einigem Hickhack lernte ich die erste Regel:

Man kann Trackingnummern von internationalen Logistikfirmen auch in den Tracker des Logistikers des Ziellandes werfen.

Da die Chinesen meistens von der DHL abgefrühstückt werden, hatte die DHL auch weitere Infos.
Das Paket kam nach einigen Tagen in Frankfurt an, und landete dort bei Ipz-FFM, was, wie ich erfuhr, der Zoll ist. Dort hielt das Tracking an, und der Status veränderte sich seit dem 11.3. nicht weiter. So langsam wuchs mein Hass auf deutsche langsame Behörden.

Nun lag heute eine Benachrichtigungskarte für ein Einschreiben in der Post. Ich weiß zwar, dass Chinesen gerne per Einschreiben verschicken, allerdings widersprach dem das Tracking der DHL, was immer noch der festen Überzeugung war, dass das Paket beim Zoll rumliegt. Der Zoll verschickt Benachrichtigungen auch nicht per Einschreiben. Also: Was war da denn los?

Ich recherchierte, und fand folgende Gesetzmäßigkeit, die vermutlich keiner so genau kennt, und die von den Logistikern auch nicht so groß propagiert wird:

*Ein internationales Paket, was durch den Zoll ist, bekommt eine neue, nationale Trackingnummer. *

Entweder behandelt die DHL das weiter als Paket, dann bekommt die Sendung eine DHL-Trackingnummer, und wird weiter im Tracking von der DHL erfasst.
Oder die Sendung ist klein genug um als Brief durchzugehen, und wird als Einschreiben weiter behandelt. Dies merkt man daran, dass die Sendung einen UPU/Matchcode bekommt. Dieser Code hat das Format RNxyzDE. Ist dies der Fall, stoppt das Tracking der DHL, weil der ausführende Logistiker jetzt die Deutsche Post ist. Dort gibt es ein Einschreibentrackingsystem, was nun Bescheid wissen müsste. Allerdings: Laut dem Posttracking ist das Einschreiben bereits zurück zum Absender gegangen.
Kann passieren. Denn auch solche Arten Einschreiben werden weiter von der DHL ausgeliefert, wenn man als Zieladresse eine Packstation angegeben hat. Die DHL sucht dann die reale Postadresse des Empfängers raus, und fährt dann mit dem Paket bei dem vorbei. Sollte der nicht da sein, kommt die Sendung dann in eine normale Postfiliale, und der Empfänger bekommt eine Nachricht in den Briefkasten.

Was mich nur wundert: Das Qualitätsmanagement der DHL scheint ja sehr seltsam zu sein, wenn durch diesen Weg noch ein Haufen Sendungen als “beim Zoll versackt” markiert sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden Trackingsysteme der Post und der DHL miteinander kommunizieren. Bis jetzt hat jede Firma noch darauf bestanden, nicht mit der jeweils anderen Firma verwechselt zu werden, usw. Wer schonmal hinter einem Paket hertelefoniert hat, weiß, wovon ich rede. ;)