Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Nov 18, 2013

Meine Bitcoin-Story

Wie vermutlich jeder technikaffine Mensch verfolge ich die Geschichten rund um die Bitcoin-Währung seit Beginn mit mehr oder weniger großem Interesse. Als experimentelles Konzept einer Cryptowährung gestartet, hatte die Bitcoin einige markante Punkte in ihrer Geschichte.

Ich habe die Coin zu Anfang hin als nettes Konzept abgetan, und nicht viele Gedanken daran verschwendet. Der erste kleine Peak 2011 (1BTC ~ $20) kam und verpuffte. Bis auf einige Meldungen von Nerds kam da nicht viel, aber mein Interesse war geweckt. Immerhin erfuhr ich damals nämlich, dass man Rechenpower in Bitcoins umwandeln kann, und wenn man mal so eine Coin fertig hat, kann man sich von den $20 bestimmt mal einen Kasten Bier kaufen. Ich bekam allerdings keinen Miner ordentlich zum laufen, und hatte das Konzept des Pooled Minings noch nicht so verinnerlicht. Und selbst 2011 war die Chance, mit einem CPU-Singleminer eine einzige Coin zu ernten, minimal.

Der Kurs dümpelte vor sich hin. Ans Investieren habe ich nie gedacht. 10€ für eine Coin auszugeben, die keinen Mehrwert bot, erschien mir dumm. Schließlich kann man von 10€ auch zwei Tage ganz gut leben. Ach, ich Esel. ;)

Schnitt. April 2013. Der Kurs steigt. Und ich beginne, zu rechnen. Wieviel Coinanteile ich pro Zeit mit der GPU meines iMacs (eine Radeon 6770M) rausholen muss, um die Stromkosten zu amortisieren. An Profit war nicht zu denken, ich fand die Idee nur cool, genau so wie damals SETI@home, etc. Ich habe 2-3 Wochen mit einer MacOS-Version des Guiminers rumgedümpelt, und währenddessen immerhin 0.06BTC zusammengemined. Dann brach auch irgendwann der Kurs ein, von $180 auf $120, und dümpelte da so vor sich hin. Ich habe meinen Miner dann auch mal wieder abgeschaltet, weil die Stromkosten zu teuer waren, und ich bei laufendem Miner meine GPU nicht mehr zum Zocken nutzen konnte. Auch war ich zu der Zeit schon im Hintertreffen gegenüber den FPGA-Minern, und es kamen die ersten ASICs auf den Markt, die allerdings noch schweineteuer waren, oder, im Falle der Butterfly Labs sich derbe verzögert haben. Verständlich, denn wenn man eine Gelddruckmaschine herstellen kann, lässt man sie erstmal selber laufen, und verkauft sie dann, wenn sich der Betrieb nicht mehr lohnt.
Selbstverständlich habe ich mir damals derbe in den Arsch gebissen, nicht viel früher investiert zu haben. Aber es war, und ist mir immer noch zu riskant.

Nun begab es sich Anfang November 2013, dass der Kurs wieder zu steigen beginnt. Ich hatte Glück, und fand bei eBay noch einige kleine ASICs, die ich damals für 12€ pro Stück ersteigert habe. Mittlerweile werden auch die Miner wieder teurer, und man findet einen Block Erupter nicht mehr unter 30€. Zwei Stück davon haben schon die 10fache Rechenleistung meiner GPU, mittlerweile habe ich 4 Stück davon an einem Raspberry Pi laufen. Die ASICs, genauer gesagt “USB Block Erupter” nehmen dabei 0.5 Ampere auf 5Volt auf. Das sieht insgesamt so aus: Mining Rig

Ich erreiche dabei eine durchschnittliche Hashrate von 1,36GHash/s. Die Gesamtrechenleistung des Pools beträgt momentan 310793.363 Ghash/s. Unter Berücksichtigung des Pool Lucks habe ich jetzt innerhalb von 10 Tagen 0.008 BTC gemined, was beim aktuellen Kurs (18.11.2013, 17:30) $5.20 beträgt. Und der Kurs steigt weiter.
Die 0.06BTC von April sind mittlerweile 30,15€ wert. Da kann ich mir fast schon 2 Kästen gutes Bier von kaufen.

Und wieso ich mine, und nicht investiere? Die aktuelle Blase kann platzen. Jederzeit, ohne Vorwarnung, und dann ist der investierte Betrag weg. Bei den Minern habe ich aber nicht in Bitcoins, sondern in Arbeitskraft investiert, und die bleibt mir erhalten. Es bleibt sogar die Hoffnung, dass die Profiminer ihre stromfressende Hardware abschalten, dadurch die Gesamthashrate sinkt, und das Verhältnis meiner persönlichen Hashrate zur Gesamthashrate, und dadurch auch die Auszahlung pro gefundenem Block besser wird. Und ich bin mir sicher, dass die aktuelle Blase mit Sicherheit nicht die letzte sein wird. Wenn es denn überhaupt eine Blase ist. ;)

Übrigens: Sobald der Bitcoinkurs die $10.000 Marke knackt, dürfte ich unter Einhaltung der momentanen Difficulty (unwahrscheinlich) Bitcents im Wert von $44 pro Tag minen. Davon kann man leben, finde ich. ;)

Ich habe mir übrigens damals ein Plugin für Munin geschrieben, was die Kursentwicklung der Bitcoin und meines Wallets monitored. Allerdings habe ich das noch nirgendwo veröffentlicht. Müsste ich mal nachholen.