Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Mar 11, 2014

Abofalle mittels Vodafone Mobiles Bezahlen

Seit ziemlich genau 18 Monaten besitze ich ein iPad mit 3G-Unterstützung. Das mobile Internet wird mir von Vodafone bereit gestellt, und so zahle ich für 5GB Internet sowie die Finanzierung des iPads um die 30€ pro Monat.
Dies war bis jetzt immer relativ konstant, daher wunderte es mich umso mehr, dass die letzte Rechnung von Vodafone auf einmal 45€ betragen sollte. Ausgewiesen waren weiterhin die 30€ für den Vertrag, sowie 15€ für “Zusatzleistungen Mobiles Bezahlen”. Ich wurde stutzig, da ich mich nicht erinnern konnte, solch eine Zusatzleistung in Anspruch genommen zu haben, bzw. noch nicht einmal wusste, was dieses Mobile Bezahlen überhaupt ist.

Eine kurze Recherche brachte mich zu der Erkenntnis, dass dieser Dienst vergleichbar ist mit den bekannten Jamba-Sparabos (gibt’s die eigentlich noch?). Der Kunde schließt über sein mobiles Endgerät ein Abo mit einem Anbieter ab, und dieser lässt die Abrechnung dann über den Provider ausführen.

Soweit so gut. Allerdings war mir immer noch schleierhaft, wieso ich jetzt da irgendwie reingerutscht bin, und wieso ich da jetzt bezahlen sollte. Beim Durchstöbern meines “Mein Vodafone” Kundenbereichs erfuhr ich, dass auf meine Nummer ein Dienst namens “FREEGIRLS” der net mobile AG gebucht war, der angeblich seit dem 4. Februar um 03:26 Uhr morgens aktiv war. Dies kam mir spanisch vor, da ich momentan gegen 8 Uhr im Büro zu sein habe, und um 03:26 Uhr geschlafen habe. Glücklicherweise war ich mit dem Problem nicht allein, im Vodafone Kundenforum gibt es bereits diesen Thread über ähnliche Abofallen/Abo-Abzocke, samt Kontaktdaten der Dienstprovider und Musterschreiben zum Widerspruch.

Ich habe also das erste Musterschreiben an die net mobile AG geschickt, und war gespannt, was die ganze Geschichte ergeben würde. Weiterhin habe ich ein Formular an Vodafone gefaxt, womit ich den Mobiles Bezahlen Dienst, der bei neuen Verträgen wohl implizit aktiviert ist, deaktiviert habe.

Gestern Abend erhielt ich eine Antwort der net mobile AG, nämlich dass sie nur ein Zahlungsprovider seien, und der echte Dienstprovider eine Mobiletrend GmbH sei. Weiterhin hieß es, dass der Vertrag sowieso rechtskräftig sei, und mir mit einer SMS bestätigt wurde, und dass die Widerspruchszeit laut Fernabsatzrecht nach 2 Wochen eh verstrichen sei, und überhaupt.
Ich habe keine Bestätigungs-SMS erhalten, allerdings weiß ich gar nicht, ob das iPad überhaupt “normale” SMS empfangen kann. Nichtsdestotrotz habe ich eine weitere Beschwerde- und Widerrufsmail an die Mobiletrend GmbH verfasst. Das schlimmste, was passieren könnte, wäre ja eine erneute Ablehnung, und dass ich 15€ verloren hätte.

Allerdings bekam ich nun heute morgen eine Mail der Mobiletrend GmbH, in der sie bestätigten, dass ich angeblich ihre Dienste in Anspruch genommen hätte, und sie keinen Fehler in der “Angebotsquitungsmechanik” (sic!) feststellen konnten. Dennoch würden Sie mir den Betrag erstatten.

Zum einen finde ich das in Ordnung, zum anderen aber auch seltsam. Ich bin ja angeblich vor über einem Monat einen “rechtskräftigen” Vertrag mit denen eingegangen, was durch die “Angebotsquitungsmechanik” ja offenbar auch bestätigt wurde, dennoch waren sie sofort bereitwillig in der Lage, mir das abgebuchte Geld zurückzuzahlen.

Ist deren Geschäftsmodell so windig, dass die jedem Rechtsstreit auf Teufel komm raus aus dem Weg gehen wollen? Basiert es auch, wie bei den Abzockerseiten aus den 2000er Jahren darauf, dass möglichst wenige Besucher Widerspruch erstatten, bzw. es gar nicht erst bemerken? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele User es auf sich beruhen lassen würden, weil da ja auch irgendwie Erotik oder so mit im Spiel ist, und überhaupt.

Anyway…ich habe denen jetzt meine Paypal-Adresse verraten (meine echten Bankdaten wollte ich lieber nicht rausrücken) und bin gespannt, wann denn das Geld bei mir eintrudeln sollte.

Übrigens: Auf eine Selbstauskunft zu meinen gespeicherten Daten nach Bundesdatenschutzgesetz haben beide Firmen nicht reagiert, obwohl sie dazu eigentlich verpflichtet gewesen wären. Das finde ich schade.