Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Apr 9, 2014

Die Tyrannei der Masse

Stichwort #idpet.
Eine Petition über eine gewissermaßen konservative Neuausrichtung des Lehrplans in Baden Württemberg, u.a. mit Fokus auf Sexualerziehung.
Die Petition war offenbar erfolgreich, und die Landesregierung debattiert darüber.
Auf Twitter wird von einem “reaktionären Mob” gesprochen.

Stichwort #acta.
Anfang 2012 durch die Masse Protestaktionen, Demos, Petitionen. Mit erfolg. Man debattierte darüber, und hat es schließlich ausgesetzt. Auf Twitter wird von einem “Sieg des Volkes” gesprochen.

Erkennt noch jemand die Bigotterie? In beiden Fällen ist es der Wille des Volkes (des selben Volkes), der hier durchgesetzt wird. Wieso ist es in einem Fall okay, im anderen Fall nicht?

Ich erinnere mich an einen Vortrag von Thomas Jarzombek, CDU, den er im Herbst 2012 an meiner Uni hielt. Tenor: Ja, Netzpolitik sei wichtig, man könne sich aber nicht ausschließlich auf das Geschrei einiger weniger Lauter beschränken.

So langsam verstehe ich, was ein gewisser FDP-Repräsentant damals mit der “Tyrannei der Masse” meinte. Nicht: Der Wille des Volkes, sondern das laute Geschrei einiger weniger, die behaupten, fürs Volk sprechen zu können.

Ganz ehrlich: Wenn #idpet erfolgreich war, und wenn die CDU als Regierungspartei gewählt wird, dann ist DAS der Wille des Volkes, und nicht das Geschrei einiger weniger Andersdenkender. Denn das ist Demokratie, und so funktioniert das nunmal.

Just saying.
Btw, diesen Post habe ich auf meinem Handy getippt. Bitte entschuldigt eventuelle Tippfehler. ;)