Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Apr 30, 2015

I still don't regret it

Vorerst mein letzter Post über meinen Switch von iOS zu Android.

Ich hatte das Moto E gute zwei Wochen als Primärhandy in Benutzung, mein iPhone lag die ganze Zeit über ausgeschaltet zu Hause. Ich hatte ja schon gemerkt, dass Android zwischen 2.3 und 5.0.1 einen gewaltigen Sprung hin Richtung Stabilität und Benutzbarkeit gemacht hat, und nachdem ich mich ein bisschen in die Hardwarespezifikationen moderner Handys eingelesen habe, und mir mal auf dem Präsentiertisch bei Saturn die Performance von aktuellen Handys angesehen habe, war die Entscheidung klar. Ich wollte mein iPhone bei eBay reinstellen, und mir von dem Erlös ein kraftvolles Handy kaufen, was mindestens für die nächsten 1-2 Jahre halten sollte, also mindestens bis zur nächsten Vertragsverlängerung.

Da ich weiterhin kein Freund von heftig verbastelten Systemen bin, und ich möglichst nah am Stock Android bleiben wollte, fiel meine Wahl dann aufs Oneplus One. Einige Kommilitonen besaßen es bereits, und waren sehr zufrieden, und die Reviews im Internet zeigten, dass es auch gut ein Jahr nach Release immer noch ein unfassbar leistungsfähiges Gerät sei. Einziger Knackpunkt: Der Kundensupport soll wohl unterirdisch schlecht sein, was in Kombination mit einigen Kinderkrankheiten der Hardware (Gelbstich im Touchscreen, überempfindlicher Touchscreen, usw) keine gute Kombination wäre. Ich gehe aber mal davon aus, dass in den späteren Produktionschargen diese Kinderkrankheiten behoben sein würden, und sprang mit geschlossenen Augen ins kalte Wasser.

Nun wurde das Gerät mittlerweile geliefert, und befindet sich seit 2 Tagen in meinem Besitz, und ich bin immer noch beeindruckt. Das Moto E habe ich ja erstmal nur ganz normal benutzt, unter anderem weil durch Unlock des Bootloaders und Rooting die Garantie verloren gehen würde. Nicht so beim OPO, wo es explizit erlaubt ist. Ich bin immer noch fasziniert, dass diese Geräte die Möglichkeit haben, sich das Betriebssystem seiner Wahl zu installieren, und lustig zwischen den Versionen zu wechseln. Neue Images können direkt übers Handy runtergeladen werden, und man hat vollen Zugriff aufs Dateisystem… Ihr, die ihr Android schon länger nutzt, lächelt vermutlich nur wissend, aber für mich, der ich jahrelang gewöhnt war, mein Smartphone an den Computer zu hängen, um Dateioperationen durchzuführen, ist das komplett neu, ungewohnt, aber faszinierend und toll.

Dadurch, dass ich jetzt die Wahl zwischen verschiedenen Betriebssystemen habe, muss ich mich nicht länger mit irgendwelchen Bugs rumschlagen, sondern installiere einfach eine Version, die läuft. Wurde das Handy noch mit Android 4.4 ausgeliefert, wollte ich schon sehr schnell 5.0 haben, was allerdings dazu führte, dass das Modem nur noch sehr schlechten Empfang hatte, weswegen ich kurzerhand einfach die Beta von 5.1 installiert habe. Ich habe einen anderen Kernel installiert, der besser performen soll. Ich habe vollen Root-Zugriff auf das Gerät, und zum ersten Mal das Gefühl, dass es wirklich mir gehört, und nicht, dass mir der Hersteller vorschreibt, wie ich es zu benutzen habe.

Wenn ich dann noch einkalkuliere, dass ich ein Gerät von der Größe eines iPhone 6+ habe, was allerdings einen dreimal so großen Arbeitsspeicher hat, und einen mehr doppelt so schnellen Prozessor (2x1,4GHz vs 4x2,5GHz), und dabei weniger als die Hälfte kostet (OPO 64GB 350€, iPhone 6+ 64GB 899€), dann denke ich unterm Strich, dass es sich wirklich gelohnt hat.