Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Jun 21, 2017

Grill Store Dortmund Wickede

Letzten Freitag hatten wir mal wieder Lust, auswärts essen zu gehen (Mensa zählt nicht). Bei der Wahl des Restaurants fiel uns der Grill Store in Dortmund Wickede ins Auge. Diverse Dortmunder Medien, unter anderem die Ruhr Nachrichten hatten bereits über den Laden berichtet, und das allgemeine Fazit war, dass es dort gar nicht so übel sein solle.

Also haben wir uns ins Auto gesetzt, und sind dort hin gefahren. Sehr einfach zu finden, einfach den Hellweg nach Osten runter. Es ist auch direkt eine Stadtbahnhaltestelle vor der Tür. Parkplätze stattdessen eher weniger.

Das Restaurant war voll, und da es eigentlich nur ein großer Raum mit ein paar Tischen drin ist, auch relativ laut. Allerdings versuchen die Betreiber, gegenzusteuern. Es hingen im Eingangsbereich einige Schilder, dass Telefonieren nur draußen erlaubt sei. Zusammen mit der offenen Küche hinterm Tresen herrschte aber tatsächlich diese typische Atmosphäre, die dafür gesorgt hat, dass die Ruhr Nachrichten den Laden als “größte Pommesbude Deutschlands” bezeichnet haben.

Ansonsten war die Inneneinrichtung stimmig. Viel dunkles Holz im Used Look, Deko aus alten Europaletten, die Beleuchtung waren LED-Glühfadenlampen, die schön vintage ausgesehen haben. Im Gegensatz zur Einrichtung stand allerdings die Musikuntermalung. Bei einer Inneneinrichtung, die Assoziationen zu Hot Rods, Motorrädern, tätowierte Oberarme und Bärte hervorruft, erwartet man wohl eher Rockabilly oder Hard Rock, stattdessen lief irgendein Radiosender, der 80’s Musik gespielt hat.

Obwohl wir keine Reservierung hatten, bekamen wir problemlos einen Tisch, und konnten direkt die Speisekarte studieren. Mehrere Burger, aber pommesbuden-typisch auch halbes Hähnchen, Schaschlik, Currywurst und Schnitzel. Diverse Getränke, darunter auch ein Lager aus Brooklyn, Botucal Rum und 1776 Whisky. Erfreulich: Da fast schon typischerweise auf Coca Cola verzichtet wurde, war es nett, zu sehen, dass auch auf Fritz Cola verzichtet wurde, die mittlerweile ein ähnlich aggressives Vermarktungsmodell wie Coca Cola haben, stattdessen war Afri Cola im Angebot - ein Trend, den ich auch schon in anderen Grillrestaurants wie dem Grill 69 beobachtet habe.

Wir bestellten eine Afri Cola ohne Zucker, sowie einen Somersby Cider - zumindest der Cider scheint gerade ein Trendgetränk zu sein, der an allen Ecken und Enden zu bekommen ist. Die Bedienung bemerkte dann auch noch, dass es ein Tagesangebot gäbe, ein Burger, der nicht auf der Karte stehen würde. Darüber hinaus gab es noch mindestens zwei weitere Burger, die nicht auf der Karte standen, aber stattdessen auf Kreidetafeln angepriesen wurden.

Nach dem Hinweis, dass der Kartoffelburger (Burger mit Kartoffelpuffer und Apfelmus) leider aus sei, entschied ich mich, wie immer in einer neuen Location, für einen Cheeseburger - da es den einfach überall gibt, kann man am ehesten mit anderen Läden vergleichen. Beim Fleisch hatten wir die Wahl zwischen Medium und gut durch. Selbstverständlich bestellten wir Medium.

Nun hieß es warten. Trotz des Fastfood-Charakters einer Pommesbude mussten wir eine gefühlte Ewigkeit auf unser Essen warten. Währenddessen hat das Paar am Nachbartisch ihr Essen geliefert bekommen, und komplett aufessen können. Da die Tische unter der Platte einen dicken Querbalken hatten, war die Sitzposition für lange Menschen wie mich nicht unbedingt bequem.

Doch schließlich bekamen wir die Burger, wunschgemäß mit normalen Pommes und Chili-Mayo. Burger

Burger

Die Chili-Mayo war tatsächlich etwas scharf. Die Pommes waren gut durch, ohne braun angelaufen und knusprig zu sein. Also genau richtig. Zart und saftig.

Die Burger hätten weitaus schlechter sein können, hatten aber Verbesserungspotenzial. Definitiv hervorzuheben ist der Salat. Nicht nur langweiliger Eisbergsalat und Gewürzgurken, nein, frische Gurken, und Salat, der auch etwas Geschmack mitbrachte.

Das Fleisch war gut, und dezent gewürzt - genau richtig. Leider war mein Burger nicht mehr wirklich Medium, sondern eher gut durch. Egal, damit kann ich leben, weil das Fleisch immer noch schön saftig war, und das Patty kein bisschen angebrannt war. Top.

Leider, und das ist mein größter Kritikpunkt an dem Laden, war viel zu viel Ketchup auf dem Burger. Das kann ein Problem sein, was nur normaler Hamburger und Cheeseburger haben, weil die anderen Burger eine andere Soße haben, aber Ketchup ist so penetrant süß-sauer, dass jeglicher andere Geschmack völlig ertränkt wurde. Leider berichtet das FoodLoaf Blog dass das bei mir kein Einzelfall war. Schade, hier besteht definitiv Nachbesserungsbedarf.

Wir waren von den Portionen gut gesättigt, und haben dann bezahlt und sind gegangen. Für 2 Personen jeweils ein Getränk, Burger und Pommes (die bei den Burgern dazu bestellt werden müssen), sowie eine Soße zu den Pommes insgesamt um die 30€. Absolut akzeptabel, für das was man bekommt.

Die Bedienung verabschiedete sich von uns am Ende verschmitzt mit “Na dann bis morgen”. Ja, direkt am nächsten Tag wollten wir zwar nicht noch mal wieder kommen, aber wir werden nicht zum letzten mal da gewesen sein. Nicht übel, der Laden.