Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Jun 21, 2017

Kino-Kurzmeinung 5: Wonder Woman

Da der Film erst seit Kurzem im Kino ist, spreche ich mal eine allgemeine Spoilerwarnung aus.

Nun denn. Wonder Woman. Nach den vernichtenden Kritiken zu diesem Ghostbusters-Film, und dem feministischen Outcry, dass der Film ja nur so kaputt kritisiert wurde, weil er ja weibliche Hauptrollen hätte (Hint: Er ist wirklich scheiße, da machen ein paar Frauen in der Hauptrolle nichts), war ich gerade auf Wonder Woman gespannt, weil da ja auch ein Female Lead dabei ist, und der Film nach jener Logik auch scheiße sein müsste. Tja, ist er nicht.

Wonder Woman ist tatsächlich ein sehr amüsanter Film mit sympathischen Hauptrollen, einem milde interessanten Plot Twist, und einer nach all dem Marvel Einheitsbrei erfrischenden neuen Storyline. Im Film wird nämlich im Showdown-Kampf nicht das 39. Stadtzentrum platt gemacht, und es kommt kein Tony Stark drin vor. Vielleicht hat das MCU in letzter Zeit zu viel Präsenz gezeigt, und ist dementsprechend ausgelutscht. Allerdings waren meine Erwartungen nach dem grauenhaften Batman v Superman Desaster nicht allzu hoch in einen DC Film, aber auch normale Erwartungen werden hier erfüllt.

Der Film macht sehr viel richtig. Leider nicht fast alles, denn mir sind zwei gravierende Logikfehler aufgefallen, beide im Showdown. Zum einen überlegt Kirk Steve Trevor, das Flugzeug mit den Senfgasbomben explodieren zu lassen. Er überlegt, ob das überhaupt klappt, und einer seiner Kumpane versichert ihm: “In Senfgas ist Wasserstoff, natürlich explodiert das”. Hey, wisst ihr, wo auch Wasserstoff drin ist, und was nicht explodiert? Richtig, Wasser.

Der zweite Logikfehler ist ein Panzer, mit dem Diana im Endkampf lustig rumschleudern kann. Vermutlich damit die Zuschauer sehen, dass es wirklich ein Panzer ist, haben die Filmmacher auf das wohl bekannteste Panzermodell des ersten Weltkrieges zurückgegriffen, einem britischen Mark IV, den der geneigte Filmfreund ja auch schon aus den Indiana Jones Filmen kennt. Überlegt aber mal, wie wertvoll erbeutete Feindespanzer im ersten Weltkrieg waren, erscheint es relativ unlogisch, dass ein solch erbeutetes Modell einfach so im freien Himmel auf einem deutsch-belgischen Militärstützpunkt steht, wo es von irgendwelchen dahergelaufenen Superheldinnen durch die Gegend geschleudert werden kann, und nicht irgendwo in einem Labor.

Aber dies ist dann vermutlich beides der Dramatik des Filmes geschuldet - genau so wie der Fakt, dass Ludendorff seine Senfgasgranaten zuallererst in einem Bunker an der Obersten Heeresleitung ausprobiert, und dabei auch kurzerhand Kaiser Wilhelm II mit ermordet.

Unterm Strich ist der Film aber schön gemacht, hat seine Lacher, seine Actionszenen, und auch seine traurigen Szenen (die aber nicht wirklich ernsthaft rüberkommen). Gibt schlechtere Filme.