Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Aug 24, 2017

Efteling - Sommerfestival

Größere Klausuren waren geschrieben, Urlaub genommen, Camping-Zubehör geprüft und gepackt: Auf gings am Nachmittag vom 17.8. in Richtung Westen. Ziel: Ein kleiner Campingplatz im Süden von Kaatsheuvel, um 2 Nächte in Holland und einen Tag in Efteling zu verbringen. Um 17:50 fuhren wir schon am Parkplatz von Efteling vorbei, und wir konnten einen ersten Blick auf die charakteristische Dachkonstruktion des Eingangsgebäudes werfen.

Ankunft war gegen 18 Uhr, bei “Camping Bernehoeve”. Vermutlich der nahestgelegene Campingplatz zum Park, laut Betreibern 600m bis zum Parkeingang, und es war möglich, die hochgeklappte Pagode aus dem Park vom Campingplatz aus zu sehen. Vermutlich 90% der Bewohner des Platzes waren Parkbesucher. Aus Erfahrung von unserer letztjährigen Campingtour zum Walibi Holland wussten wir, dass McDonalds in Holland weitaus besser ist als der in Deutschland, daher richteten wir uns darauf ein, weitestgehend dort zu essen. 2 Tage Junkfood muss ja auch mal sein. Trotzdem suchten wir erstmal in Kaatsheuvel selbst nach einem ordentlichen Restaurant, wer weiß. War aber alles ziemlich teuer, also haben wir das Abendessen auch beim goldenen M eingenommen. Auf dem Rückweg hielten wir aber noch beim “IJscolademann” an, und bekamen für 1,25€ pro Kugel die wohl größten Eiskugeln, die ich je gesehen habe. Der Laden lohnt sich, vor allem, weil er Stroopwaffel-Eis hatte.

Es ging an dem Abend dann früh in den Schlafsack. Erfahrungsgemäß ist Schlafen im Zelt nicht soo erholsam, und der Park hatte ja am Freitag wegen des Sommerfestivals 13 Stunden lang offen - das wird bestimmt anstrengend.

Freitag morgen, 6:30: Da sich eine Mücke ins Zelt verirrt hat, flohen wir unter die Dusche. Wir waren die ersten, und hatten den Sanitärraum für uns alleine, was angenehmer war, als wenn es Schlangen gegeben hätte. Frühstück bei Mecces. Abendessen wollten wir dann im Park. Frühstück war um 9 fertig, und wir überlegten: Der Park macht doch erst um 10 auf, was macht man so lange? Ich entschied, schon mal hin zu gehen, weil wieso nicht. Und die Campingplatzbetreiber haben Recht gehabt. Nach 5 Minuten Spaziergang am Campingplatz und einer angrenzenden Pferdeweide vorbei kamen wir direkt am Bosrijk heraus. Von dort war es nur noch ein kurzer Weg am Fahrradstellplatz vorbei (Fahrradparkplätze an einem Freizeitpark, die auch noch Parkgebühren kosteten sind auch so ein Kuriosum für uns Deutsche), und um 09:30 standen wir vorm Eingangsgebäude.

Eingangsgebäude

Da ich meine Freundin, die nicht allzu sehr auf Thrill steht, mit “Der Park ist echt schön gemacht, so vom Gesamteindruck her” geködert hatte, war sie schon hin und weg von dem Zauberbuch vorm Eingangsgebäude, was sich selbst schrieb.

Der Park hatte tatsächlich schon offen, und mittels des Parkplanes fanden wir schnell zu Symbolica, was, zwecks Warteschlangenvermeidung unsere erste Attraktion sein sollte.

Symbolica Schlange

Die Schlange war, aufgrund der Tatsache, dass die eigentliche Warteschlange noch geschlossen war, gar nicht so lang. Mir fiel direkt nebenan eine Schatzkiste auf, die ich erst nur für Deko hielt, und erst am Nachmittag gemerkt habe, dass das ein Geldautomat sein sollte

Geldautomat

Schon um kurz nach 10 konnten wir die Tore zur Eingangshalle von Symbolica passieren, und konnten doch staunen. Wirklich gute Darkrides kannte ich bis jetzt noch nicht, und vor allem keine modernen. Aber hier hat alles gestimmt. Die folgende Warteschlange in den Keller runter ging dann auch recht schnell, und wir entschieden uns für die Schmucktour.

Routen

An der Station die nächste Überraschung: Die Wagen fahren autark. Mir war schnell klar, dass die sich an dem aufgedruckten Teppich auf dem Boden orientieren, aber über die Energieversorgung rätsele ich immer noch. Entweder Batterien, die an der Station geladen werden, oder Induktion…?

Der Darkride selbst war richtig schön. Bis jetzt kannte ich an “modernen” Darkrides nur Maus au Chocolat, der auch nett ist, aber Symbolica legt die Messlatte da noch um einiges höher. Ich war tief beeindruckt. Absolute Empfehlung, Top-Attraktion, gerne wieder.

Nach Symbolica ging’s dann zur Droomvlucht, weil ich auch viel gutes drüber gehört habe. Allerdings: Wir hätten die Droomvlucht vor Symbolica sehen sollen. Das Transportsystem mit der Hängebahn war zwar faszinierend, aber nach Symbolica wirkten 25 Jahre alte Dioramen mit teilweise zu kitschigen Figuren etwas harmlos - nur gegen Ende, wo es die Spirale runter geht, war es noch etwas eindrucksvoll.

Droomvlucht

Direkt neben der Droomvlucht ist die Station der Parkeisenbahn. Eine Parkbahn mit einer echten Dampflok ist was richtig besonderes, natürlich haben wir uns direkt in den Zug gesetzt, der da gerade stand.

Zug

Wir sind dann einmal um den halben Park gefahren, bis wir an der “Thrill-Ecke” ankamen. Auch hier war alles stimmig, der Bahnhof war total liebevoll und aufwändig gestaltet - einfach toll.

Bahnhofshalle

Bahnhof

Meine Freundin hatte einen seltenen Moment lang Lust auf eine Achterbahn, und so entschieden wir uns für den fliegenden Holländer, weil der ja doch noch eher harmlos ist, und mit den Wasser-Elementen noch was Spezielles hat. Hier hatten wir die längste Anstehzeit des Tages von knapp 20 Minuten, die aber aufgrund der kreativen und tollen Deko der Warteschlange gar nicht so schlimm war. Spätestens am Ende des Erdganges fühlte man sich wirklich in einen Schmuggler-Hafen versetzt, was durch die große und dunkle Station, an dessen Hafenkais sich das Volk gedrängt hat, noch verstärkt wurde. Auch hier alles Stimmig, die Wagen der Bahn waren super gestaltet, es hat einfach alles gepasst. Der Darkride-Part war auch top - der Achterbahn-Part hätte auch weggelassen werden können. Der hat die Atmosphäre dann doch wieder etwas kaputt gemacht.

Danach ging’s wieder mit der Parkeisenbahn weiter - die Runde muss ja noch voll gemacht werden. Wieder am Marerijk angelangt, haben wir uns erstmal Tickets für Raveleijn geholt, und wollten dann mit der Pagode fahren.

Pagode

Nach der Pagode wollten wir uns eigentlich bei Gondoletta anstellen. Es fing da leicht an zu tröpfeln, aber bis wir auf der Brücke waren, die zu dem Ein/Ausstiegs-Drehteller ging, war der Regen auf einmal extrem stark - so stark, dass die Ride-Ops den Motor von Gondoletta abgeschaltet haben, und die Kontrollkabine geöffnet haben, dass die Besucher sich da unterstellen konnten. Völlig durchgeweicht haben wir uns entschieden, erstmal nicht mit einem Boot über den See fahren zu wollen, sondern dass etwas zu essen und ein Stück Kuchen ja ganz toll sein könnten. Leider hatten die Idee auch alle anderen Gäste des Parks, das Vordach vorm China-Imbiss bei der Pagode war bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt, und genau so auch das Panorama-Cafe am Übergang zum Reuzenrijk. Um überhaupt wieder etwas Wärme und Trockenheit zu bekommen, haben wir uns also erstmal beim Carnaval Festival angestellt. Aufgrund des Designs erst etwas skeptisch, wurden wir geflasht durch das knallbunte Design, der skurrilität der Szenarien und des Soundtracks, der Ohrwürmer am laufenden Band produzierte. Ich war ein bisschen an Bubbleworks aus Chessington erinnert, den ich aber nur von Onridevideos kenne.

Nach dem Carnaval Festival haben wir dann auch ein Platz im Cafe gefunden, und es folgte ein Stück Apfelkuchen und Chocomel. Nachdem wir immer trockener wurden, wollten wir so langsam wieder Richtung Raveleijn, aber vorher stoppte ich noch einmal kurz beim Vogel Rokh. Ganz okay, mein Fazit ist: Wie der Night Hawk, aber kürzer und besser.

Es folgte dann: Raveleijn. Beeindruckend, was für ein Aufwand man für eine Freizeitpark-Show betreiben kann. Andere Parks machen ja eher irgendwas Richtung Zirkus, halbherzig in irgendeine Story verpackt - gut, die Story von Raveleijn ist auch nicht so der krasse Spannungsbogen, aber die Special Effects - doch, ich verzog meine Mundwinkel anerkennend nach unten.

Sie wanderten aber wieder nach oben, als wir darauf gucken wollten, dass wir im Wappen von Raveleijn ein Abendessen reservieren konnten. Nach Regen und so ist deftiges Essen halt ganz gut. Aber man bedauerte, dass dieses Mal der einzige Dinner-Slot um 17:30 sein sollte, was uns viel zu früh war. Wieso stellt man da ein so tolles Restaurant hin, wenn es bei Parköffnung bis 23 Uhr schon so früh schließt? Auch für nicht-Parkgäste war es nach 18 Uhr nicht mehr geöffnet - schade.

Ich habe mir dann eben noch Villa Volta angesehen. Leider haben alle Mad Houses einen großen Nachteil: Eine ewig lange pre-show, die, wenn man kein Holländisch kann, total langweilig ist. Die Fahrt an sich war allerdings wie immer gut, auch wenn man weiß, was einen erwartet.

Wir wollten uns danach die Fata Morgana ansehen, haben aber auf dem Weg dorthin erstmal den Märchenwald angesehen. Die Märchenwälder, die ich bis jetzt kannte waren immer nur so 08/15 Häuschen mit Schaukästen, wo man auf Knopfduck Animatronics starten konnte. Das fand ich immer langweilig. Die Stationen im Efteling sind da tatsächlich viel besser. Wir sind da aber auch nur eben schnell durch, weil wir einige Märchen gar nicht kannten, und bei anderen Märchen einer holländischen Erzählstimme vom Band nicht viel abgewinnen konnten.

Auf dem Weg zum See am Eingang, wo der orientalische Themenbereich liegt, hörten wir allerdings, dass die Bobbahn, die den ganzen Tag noch nicht fuhr (vermutlich wegen des Regens) im Testbetrieb war - also haben wir eben einen Schlenker durch den Bereich und durch die Rafting-Anlage gemacht. Rafting wieder 1a, bei keiner anderen Anlage gab es Situationen, wo die Boote sich teilweise gerammt haben, war mal was anderes.

Die Bobbahn fuhr aber immer noch nicht, also haben wir uns die Fata Morgana angesehen. Auch hier, alles schön gemacht, aber halt auch “nur” ein Darkride.

Es war mittlerweile nach 18 Uhr, und ich wollte noch 2 Counts nachholen (den Baron habe ich mal ausgelassen, bei 2m Körpergröße passe ich eh nur unter Schmerzen in die B&M Schulterbügel). Zuerst also Joris en de Draak (Vuur). Die Bahn mag ja nett gewesen sein, aber offenbar setzte während mein Zug abgefertigt wurde, der nächste Starkregen ein. Ich habe von der Spur ungefähr nichts mitbekommen, weil ich die Augen fast durchgehend geschlossen hatte, damit mit der Regen, kombiniert mit dem Fahrtwind nicht die Kontaktlinsen aus dem Gesicht gespült hätte. Als unser Zug dann in der Station ankam gab es auch wieder eine kurze Betriebsunterbrechung, wegen des starken Regens. Die dauerte aber auch nur ein paar Minuten, und als die Bahn wieder fuhr, habe ich eben noch die andere Spur genommen. Macht richtig Spaß. Wie bei allen Woodies muss man sie doch aktiv mitfahren, in Kurven rein lehnen und so, aber wenn man sich vorstellt, dass man gerade auf einem Pferd sitzt, und gegen einen Drachen kämpfen soll, dann geht’s eigentlich. Was mir aber auffiel: Bei fast allen Fahrten hat immer der blaue Zug gewonnen. Ob das so beabsichtigt ist? Zuletzt fehlte dann nur noch Python. Joa, ne? Nicht der Burner, weitestgehend hamlos, kann man mal für den Count mitfahren, aber ein Highlight ist das nicht.

Mittlerweile war es echt Zeit fürs Abendessen. Die Mitarbeiter empfahlen uns die Pinocchio Pizzeria, aber irgendwie waren wir dann doch nicht bereit, 14€ für eine Margerita auszugeben. Wir haben uns stattdessen die Aquanura-Show angesehen. Die war wiederum richtig schön, und dank der Stichflammen und der knallenden Fontänen ein gutes “Abschlussfeuerwerk” für unseren Parkbesuch. Mittlerweile war es nämlich kurz nach 21 Uhr, wir waren seit 11,5 Stunden im Park, und laut unseren Fitnesstrackern um die 20km gelaufen. Zusammen mit vielen anderen haben wir den Park also verlassen, und sind zurück zu unserem Campingplatz gelaufen.

Nochmal Essen bei Mecces, ein paar Stunden Schlaf, und am Samstag morgen wieder total früh und total gerädert wach werden, eben das Zelt abreißen, und Richtung ’s-Hertogenbosch noch einen Jumbo aufgesucht, um holländischen Kram einzukaufen. Gegen Mittag waren wir dann wieder zu Hause.

Fazit: Efteling ansich top, schönster Park in dem ich bis jetzt war (Phantasialand ist ähnlich schön, aber viel vollgestopfter), aber das nächste Mal, wenn wir dort hin fahren (und es wird ein nächstes Mal geben) geht’s ins Hotel.