Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Aug 25, 2017

Kino-Kurzmeinung 13: Atomic Blonde

Als ich vor einiger Zeit den Trailer zu “Atomic Blonde” gesehen habe, war mir schnell klar: Den Film muss ich sehen. Ein Agententhriller, in Berlin, zur Zeit einer der spannendsten Momente der deutschen Nachkriegsgeschichte - das versprach einiges.

Und der Film konnte tatsächlich auch einiges halten. Mehrere Spione, die sich im November 1989 um eine Liste mit Geheimidentitäten aller Spione prügeln, während um sie herum die DDR so langsam zusammenbricht - das ist exakt so grandios, wie man es sich vorstellt. Begleitet von einem brillanten Soundtrack (allesamt Lieder dieser Zeit, von David Bowie über Major Tom bis hin zu Falco ist alles dabei) tauchen wir als Zuschauer ein in triste Altbauwohnungen, neonbeleuchtete Hotelzimmer, verrauchte Schmugglerwohnungen und bekommen währenddessen einen Spionagethriller serviert, der so in der Form kurz vor, bzw. während der Wende durchaus vorstellbar gewesen wäre.

Es ist am Anfang zwar etwas haarig, der Story zu folgen, da direkt am Anfang mehrere Spione samt Decknamen vorgestellt werden, passt man hier nicht genauestens auf, hat man danach tatsächlich etwas Probleme, in die Story einzufinden, wird aber immer noch von dem 80er-Jahre-Flair geflasht. Spätestens nach dem ersten Drittel des Filmes sollten aber auch die unaufmerksameren Zuschauer mitten drin sein. Man wird danach auch immerhin mit einigen ziemlich großartigen Actionsequenzen belohnt, immer wieder unterbrochen von fast schon James-Bond-artiger Coolness.

Der Plot Twist in den letzten 3 Minuten des Filmes ist dabei dann tatsächlich sogar ziemlich unnötig, aber löst noch die letzten offenen Fragen. Geht das Licht im Kinosaal dann wieder an, bleibt einem vor allem das Setting im Gedächtnis - die Story wird dabei dann nur noch zur Nebensache (durchaus berechtigt, denn der Plot ist doch leicht vorhersehbar). Man fragt sich allerdings, wieso zum Teufel da unbedingt wieder Til Schweiger mitspielen musste.

Zusammenfassend bleibt zu bemerken: Es gibt bessere Filme, es gibt tiefgründigere Filme, es gibt spannendere Filme, es gibt coolere Filme. Aber wer kurzweilige Unterhaltung sucht, irgendwo zwischen Neonlicht, 80’s-Flair, DDR-Grauheit und blutigen Kämpfen, der kann sich diesen Film bedenkenlos ansehen.