Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Oct 6, 2017

Kino-Kurzmeinung 17: Kingsman: The golden Circle

Puh, was schreibe ich hier jetzt? Über eine Woche ist es schon her, dass ich den Film gesehen habe, und immer noch fällt es mir schwer, meine Meinung zu bilden. Irgendwie fand ich den Film jetzt nicht so toll wie den ersten Teil - was bei einem Sequel ja auch keine Überraschung ist. Kingsman hat damals mit Humor, übertrieben britischem Gentleman-Stil und teilweise übertriebener Gewalt Sympathiepunkte gewonnen. The golden Circle hingegen nicht. Die ganze Sache mit den britischen Geheimagenten tritt stark in den Hintergrund, der Humor ist jetzt nicht unbedingt besser geworden, und die Gewalt - nun, die bleibt.

Die Szene mit dem Fleischwolf und dem Burger habe ich aber aus irgendeinem Grund als dermaßen ekelig empfunden, dass mir den gesamten restlichen Film ein bitterer Beigeschmack blieb. Da konnte auch ein übertrieben oft eingesetzter Elton John, der rumflucht, nicht viel ausmachen. Hinzu kommen einige so offensichtliche Logikfehler (einfach mal darauf achten, wo der Kameraflug in das große Whiskyflaschenbüro der Statesmen reingeht, was man also durch die Bürofenster sehen müsste, was aber ganz klar nicht zu sehen ist…), eine seltsam wirkende Rückkehr von den Toten (jede Wette, dass, sollte es einen dritten Kingsman-Film geben, Merlin da wieder mitspielen wird), und eine Marketingkampagne, die auf Plakaten und Trailern recht explizit mit Channing Tatum wirbt, der dann im Film ungefähr 5 Minuten lang mitspielen darf.

Das feine britische, mit den coolen Anzügen kommt irgendwie völlig zu kurz. Kingsman: The golden Circle ist keine fein nuancierte Parodie auf die bekannteren britischen Spionagefilme (sprich: James Bond), der sein Humor aus dem Kontrast des Ghettokindes in der aristokratischen Gesellschaft zieht, sondern eine ziemliche 08/15-Spion-Agenten-Comedy, die zwar irgendwie versucht, Klischees zu pullen (so z.B. eine geheime Operationsbasis in den schneebedeckten Bergen), aber es nicht ganz schafft. Bei den meisten Zuschauern meiner Generation dürften sich dabei nämlich unweigerlich Vergleiche zu mindestens Johnny English, oder dem doch ziemlich selbstironischen Humor von James Bond daselbst eröffnen. Hat der erste Kingsman noch irgendwie geschafft, diesen Vergleichen würdig entgegenzustehen, schafft es The golden Circle leider nicht mehr.

Dies sorgt dafür, dass man den Film zwar durchaus genießen kann, aber dennoch irgendwie leicht irritiert bleibt.