Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Oct 16, 2017

Kino-Kurzmeinung 18: Blade Runner 2049

Zu dem Film möchte ich eigentlich nicht so viel sagen. Viel ist nicht unbedingt in Erinnerung geblieben. Das liegt daran, dass er mit fast 3 Stunden Laufzeit recht anstrengend zu gucken ist. Blade Runner 2049 punktet nämlich nicht mit Actionsequenzen und schnellen Schnitten, sondern mit dem genauen Gegenteil. Lange, ruhige Szenen, die insgesamt so langwierig sind, dass es fast schon langweilig ist. Dass der schmale Grat zur Langweiligkeit aber nie überschritten wird, liegt unter anderem am Szenenbild, was durchweg bombastisch ist.

98% des Filmes ist perfekt dazu geeignet, als Standbild eingefangen zu werden, und als Wallpaper auf irgendeinem Computer eingesetzt zu werden. Sei es der dunkle Moloch von Greater Los Angeles, in dem nur riesige Leuchtreklamen an den Wolkenkratzern, die sich in den Wolken verlieren (ein Stilmittel, was seit dem originalen Blade Runner zum Sinnbild einer Cyberpunk-Dystopie geworden ist, z.B. auch hier: Trump Tower ), die einzigen Lichtpunkte sind, sei es die Ödnis des alten Las Vegas, was langsam unter den Sandmengen der Sierra Nevada untergeht, oder die futuristisch-simplizistische Innenarchitektur des Hauptquartiers der Wallace Corporation. Es ist durch die Bank Eye Candy.

Dazu ein Soundtrack, der jegliche Melodie vermissen lässt, aber es dennoch schafft, eine Atmosphäre aufzubauen.

Die Story dazu wird da eigentlich fast zur Nebensache.

Ein Film, bei dem man mit sicherheit nicht tonnenweise Popcorn futternd über minütlich eingesetzte Gags schmunzelt, sondern eine Science Fiction, die, wie viele frühere Cyberpunk-Werke (z.B. die Necromancer-Trilogie von William Gibson) irgendwie verwirrend, irgendwie abgebrüht, aber trotzdem noch irgendwie cool ist. Quasi Film Noir in SciFi (hm, da werfe ich Google an, um zu gucken, ob die Nähe von Film Noir und Cyberpunk schon mal untersucht wurde, und tatsächlich listet die Wikipedia einen Artikel, der Blade Runner als Beispiel aufzählt).

Es ist definitiv ein Film, der für die größte Leinwand und das dickste Soundsystem gemacht wurde, derer man habhaft werden kann. Grandios.