Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Nov 14, 2017

Kino-Kurzmeinung 22: Suburbicon

Die allgemeinen Kritiken sind gemischt. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, was ich von dem Film halten soll. Im Grunde mag ich ja solche Settings, bei der eine nach außen hin scheinbar heile Welt nach und nach immer böser und hässlicher wird. Das war schon damals so, als wir “Das Muschelessen” im Deutschunterricht gelesen haben, und das ist bei Suburbicon nicht anders.

Obwohl die rein-weiße Siedlung dem Zuzug der Schwarzen am Anfang äußerst ablehnend gegenüber steht, wird im Laufe des Films klar, dass die Schwarzen irgendwie die einzigen normalen Leute sind, und die Kinder der Weißen das noch irgendwie verstehen. Die Erwachsenen sind vielmehr ein brüllender Mob, der die Schwarzen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Nachbarschaft rausmobben will. Soviel zu diesem Plot, der leider im Laufe des Filmes nur sporadisch als Nebenplot auftaucht - hier hätte man viel mehr draus machen können.

Die Hauptgeschichte sollte durch andere Kritiken oder dem Kinobesuch hinreichend bekannt sein. Allerdings fällt es schwer, Matt Damon die Rolle des strengen Familienvaters abzunehmen. Dahingegen sind Julianne Moore als Mutter/Tante und Oscar Isaac als Versicherungsmensch eine ziemlich gute Besetzung. Die Szene, in denen diese beiden Charaktere erstmalig aufeinander treffen ist dann auch der Punkt, an dem der Film endlich Fahrt aufnimmt. Bis dahin sitzt man erstmal stirnrunzelnd im Kinosessel und fragt sich, was das jetzt überhaupt soll. Irgendwas scheint auch da schon seltsam zu sein, aber so ganz klug wird man nicht draus. Ab jener Szene allerdings wirds böse, es gibt einen blutigen und fiesen Showdown…

Aber am Ende bleibt der Film irgendwie etwas zu flach. Man fiebert nicht mit, man ist nicht gespannt…und wenn der Abspann dann läuft, sagt man einmal nüchtern “Aha” und verlässt den Kinosaal, während die Erinnerung an den Film schon zu verblassen beginnt.