Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Jan 11, 2018 - Comments

Kino-Kurzmeinung 28: Greatest Showman

Filmplakat

Wow. Das Jahr war zum Releasetermin des Films noch keine ganze Woche alt, und der “Blockbuster der Woche” legt direkt so unglaublich gut vor, dass es die folgenden Filme schwer haben werden, da noch heran zu kommen.

Greatest Showman ist richtig, richtig gut. Hier stimmt fast alles. Die Musikstücke sind Ohrwurmträchtig, das Setting ist historisch detailgetreu, und während der Showvorstellungen auch zirkusklassisch pompös. Wenn man Musicalfilme mag, sollte man diesen Winter unbedingt diesen Film ansehen (und dabei lauwarme Sequels wie den 2. Aufguss von Pitch Perfect links liegen lassen).

Greatest Showman zwingt einem, alleine durch die zeitliche Nähe, den Vergleich mit La La Land gerade zu auf. Doch wo La La Land mit einfühlsamem oder auch ultracoolem Jazz punktet, mit einer Liebesgeschichte, und dem Traum von der großen Bühne, da fackelt Greatest Showman nicht lange, erfüllt den Traum von der großen Bühne innerhalb von wenigen Szenen (von der Idee, den Zirkus aufzubauen bis zur ersten Vorstellung vergehen für den Zuschauer keine fünf Minuten), und lässt daraufhin ein Feuerwerk aus Pompösigkeit an Farben und Musik explodieren, was natürlich den unvermeidbaren Dämpfer und fast kompletten Totalabsturz erfahren muss, bis es dann wieder zu alter Höchstleistung zulegt.

Es gibt nur zwei kleine Dinge, über die man streiten kann. Ich bin nicht sicher, ob Zac Efron in der Rolle so die perfekte Besetzung ist (immerhin war es nicht Channing Tatum), und: Die Lichtfarben der Spotlights sind viel zu weiß für eine Ära, in der die elektrische Beleuchtung noch in den Kinderschuhen steckt. In der finalen Vorstellung im Zirkuszelt ist für den Bruchteil einer Sekunde sogar ein moderner Moving-Head-Scheinwerfer zu sehen.

Wohlwollend hervorzuheben ist gegenüber klasisch-modernem Zirkus noch, dass Greatest Showman soweit möglich auf den Einsatz von realen Tieren verzichtet, und stattdessen CGI verwendet (ausgenommen von Situationen, wo es unvermeidlich ist, z.B. Pferde vor einer Kutsche). Dies fällt, bis auf in der allerletzten Szene des Films vor dem Opernhaus, auch nicht weiter auf. Ein Vorbild, an dem sich moderne Zirkusse, die immer noch Tiere unter teils unwürdigen Bedingungen halten, gerne mal ein Beispiel nehmen können.

Wem Musikfilme gefallen, für den spreche ich eine uneingeschränkte Filmempfehlung aus, und für Freunde von Zirkus und modernem Showbusiness sowieso.