Simon Szustkowski

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Jan 15, 2018 - Comments

Kino-Kurzmeinung 29: The Commuter

Filmplakat

The Commuter ist ein Film, der sich ziemlich nahtlos in die Reihe der One-Man-Actionfilme mit Liam Neeson einreiht, sei es nun Taken oder Non-Stop. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten zu Non-Stop nicht von der Hand zu weisen - ein sich bewegendes Verkehrsmittel als abgeschlossener Filmschauplatz, ein Hauptcharakter, der da relativ unvorbereitet rein rutscht, eine Erpressung, die Stimmung der Fahrgäste, die sich kurzzeitig gegen die Hauptperson wendet…kein Wunder, der Regisseur (Jaume Collet-Serra) ist ja auch der gleiche.

Nichtsdestotrotz ist The Commuter ein kurzweiliger und packender Actionfilm, dem es in einigen Szenen ziemlich gut schafft, Spannung zu erzeugen - die Szene unterm Zug z.B. ist großartig. Die Nähe zu den beteiligten Figuren bleibt natürlich auf der Strecke, bis zum Schluss kann man sich nicht merken, wie die Hauptperson Michael McCauley heißt (ich habe es in der Wikipedia nachgeschlagen), und der, wie andere Actionfilme auch, einige Logikfehler aufweist (ein entgleister Waggon eines Dieselzuges ohne Stromabnehmer und Verbindung zur Lok soll noch Strom haben, um die Innenraumbeleuchtung zu betreiben? An einem Abend mitten im August ist es gegen 19:30 Uhr in der Nähe von New York stockfinster?) - aber die sind überraschend verschmerzbar.

Es bleiben 104 kurzweilige Minuten im Kinosaal, während denen das Publikum neben blauen Flecken und aufgeplatzten Lippen noch einige, für Europäer vermutlich unbekannte, Einblicke in den Ablauf einer US-amerikanischen S-Bahn-Fahrt bekommt.