Simon Szustkowski

Ein Blog über alles, was mir gerade so durch den Kopf geht

Jan 29, 2018

Kino-Kurzmeinung 30: Downsizing

Ich habe mich auf diesen Film gefreut, seit die ersten Trailer im letzten Jahr veröffentlicht wurden. Irgendwie hat man da eine Komödie erwartet. Leute, die sich zur Prävention von Überbevölkerung schrumpfen lassen, und dadurch absurde Situationen erleben. Tatsächlich hat der erste Akt von Downsizing auch genau diese Erwartungen erfüllt, und spielt mit dem Kontrast der Welt der Kleinen mit der Welt der Normal-Großen, inklusive verbohrter politischer Ansichten mancher Normalgroßer (“Wenn Kleine weniger verbrauchen, und dadurch weniger die Wirtschaft ankurbeln, sollen ihre Wahlstimmen auch weniger wert sein”).

Leider ändert sich das im zweiten und dritten Akt. Hier wird Downsizing zu irgendeinem Weltverbesserungs-Film, der die Message, dass man für den Fortbestand der Welt gar nichts großes leisten muss, sondern auch kleine Taten weiter helfen, derart plump rüberbringt, dass es fast schon weh tut. Die eingestreuten Gags helfen nicht wirklich, die Situation aufzulockern, ohne Christoph Waltz wäre dieser Film tatsächlich unerträglich gewesen. Spätestens zum dritten Akt fragt man sich, wie lang man eigentlich schon in diesem Kinosaal sitzt, und ob der Film eigentlich Überlänge hat. Vielleicht hat er das mit 2 Stunden und 15 Minuten wirklich. Aber man muss noch eine völlig abgedrehte Hippie-Sekten-Kommune ertragen, und einen Hauptcharakter, der innerhalb von 5 Minuten entscheidet, sein Leben komplett zu verändern, und sich mit Leuten, die er erst seit einem Tag kennt für den Rest seines Lebens in einer Höhle einzuschließen. Die daraufhin folgende lange Diskussion mit seinen Freunden, in der er felsenfest entschlossen ist, das wirklich durchzuziehen, kann ihn absolut nicht davon abbringen - allerdings ist die Tatsache, dass er 11 Stunden zu dieser Höhle hinlaufen muss dann doch wieder ein ausreichender Grund, um den Plan, sein Leben über den Haufen zu werfen innerhalb von 10 Sekunden über den Haufen zu werfen.

Kurz gesagt, Matt Damon spielt hier einen Charakter, der dermaßen naiv ist, dass man sich diesen Film nicht ohne wiederholten Facepalm ansehen kann. Hätte ich mir den Film nicht mit der Unlimited Card angesehen, sondern tatsächlich Geld dafür ausgegeben, hätte ich mich doch sehr geärgert.

Über die Screentime von Neil Patrick Harris, der im Trailer doch irgendwie prominent hervorgehoben wurde, kann man auch nur den Kopf schütteln. Er spielt nur eine winzige austauschbare Rolle. Auch Jason Sudeikis, der sogar auf den Plakaten genannt wird, tritt nur am Rand auf. Udo Kier, der im Film eine weitaus zentralere Rolle spielt, und dessen Charakter auch prominenter in Erinnerung bleibt, wird dagegen gar nicht erwähnt.

Nee. Also ganz entschieden, nee. Wenn es einen Film gibt, der die Klischeevorlage für Matt Damons Rolle in “Team America” liefert, dann ist es dieser Film. Spart euch Downsizing, und guckt lieber noch mal The Martian oder so.